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Wettsteuer in Deutschland

Die Wettsteuer in Deutschland beträgt 5,3 Prozent und fällt auf jeden Einsatz an, den Sie bei einem lizenzierten Wettanbieter platzieren. Geregelt ist sie im Rennwett- und Lotteriegesetz (RennwLottG), einem Gesetz von 1922, das der Bund 2012 und 2021 für den heutigen Sportwettenmarkt umgebaut hat. Ob Sie die Steuer beim Tippen überhaupt bemerken, hängt allein vom Buchmacher ab: Die meisten ziehen sie vom Einsatz ab, manche von der Auszahlung, und ein Anbieter im deutschen Markt übernimmt sie vollständig.

Diese Seite erklärt, woher die Sportwetten-Steuer kommt, wie die drei Abrechnungsmodelle rechnerisch funktionieren, welcher der zehn GGL-lizenzierten Buchmacher aus unserem Wettanbieter Vergleich welches Modell nutzt und was das für Ihre Quoten bedeutet.

Was ist die Wettsteuer?

Die Wettsteuer ist eine Verkehrsteuer auf Sportwetten, festgeschrieben in § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes. Seit dem 1. Juli 2012 wurden zunächst 5 Prozent auf jeden Wetteinsatz fällig, mit der Gesetzesnovelle zum 1. Juli 2021 stieg der Satz auf die heutigen 5,3 Prozent. Bemessungsgrundlage ist der Einsatz, nicht der Gewinn: Wer 100 € auf ein Bundesliga-Spiel setzt, löst 5,30 € Steuer aus, unabhängig davon, ob die Wette aufgeht.

Steuerschuldner ist immer der Wettanbieter. Er meldet die Beträge beim Finanzamt an und führt sie ab. Entscheidend ist dabei der Aufenthaltsort des Kunden: Sobald ein Spieler aus Deutschland eine Wette platziert, greift die deutsche Steuer, auch wenn der Anbieter seinen Firmensitz in Malta oder Gibraltar hat. Das Aufkommen ist beträchtlich: 2023 setzten Kunden bei den erlaubten Anbietern rund 7,7 Milliarden Euro auf Sportereignisse, woraus ein Steueraufkommen von gut 400 Millionen Euro entstand. Das Geld fließt in die Haushalte der Bundesländer.

Für Ihre private Steuererklärung gilt: Die Wettsteuer hat mit der Einkommensteuer nichts zu tun. Gewinne aus Sportwetten sind für Freizeitspieler in Deutschland steuerfrei und müssen nicht angegeben werden. Nur wer Wetten gewerbsmäßig betreibt, bewegt sich in einer anderen rechtlichen Kategorie.

Woran erkennen Sie, welches Modell Ihr Buchmacher nutzt? Am schnellsten am Wettschein: Weist er vor dem Bestätigen einen Posten wie „Steuer” oder „5,3 %” aus, arbeitet der Anbieter mit Einsatzabzug. Fehlt der Posten und fällt die Auszahlung einer gewonnenen Wette niedriger aus als Einsatz mal Quote, wird vom Gewinn abgezogen. Stimmen Quote und Auszahlung exakt überein, übernimmt der Anbieter die Steuer. Verbindlich geregelt ist die Handhabung in den Wett-AGB, meist unter dem Stichwort „Steuern” oder „Gebühren”.

Wer zahlt die Wettsteuer? Die drei Modelle

Auf dem Papier zahlt der Anbieter. In der Praxis entscheidet jeder Buchmacher selbst, ob er die 5,3 Prozent an seine Kunden weiterreicht. Daraus ergeben sich drei Modelle, die Sie direkt an der Wettabrechnung erkennen.

Modell 1: Abzug vom Einsatz

Der Anbieter zieht die Steuer beim Platzieren der Wette ab. Von 100 € Einsatz gehen 5,30 € an den Fiskus, gewettet werden nur 94,70 €. Bei einer Quote von 2,00 liegt die mögliche Auszahlung dann bei 189,40 € statt 200 €. Dieses Modell nutzen sieben der zehn GGL-Anbieter, darunter bet365 und Tipico. Der Vorteil aus Kundensicht: Die Abrechnung ist transparent, weil die Steuer auf jedem Wettschein ausgewiesen wird.

Modell 2: Abzug vom Gewinn

Hier wirkt der volle Einsatz, dafür kürzt der Anbieter die Auszahlung einer gewonnenen Wette um 5,3 Prozent. Aus 200 € Auszahlung werden wieder 189,40 €. Verliert die Wette, sehen Sie keinen Abzug, der Anbieter führt die Steuer trotzdem ab. Rechnerisch läuft dieses Modell auf dasselbe hinaus wie der Einsatzabzug, solange die Steuer auf die gesamte Auszahlung berechnet wird. Vereinzelt beziehen Bonusbedingungen oder Aktions-AGB den Abzug nur auf den Nettogewinn, dann blieben im Beispiel 194,70 € übrig. Ein Blick in die Wett-AGB lohnt sich also.

Modell 3: Der Anbieter übernimmt die Steuer

Der Buchmacher zahlt die 5,3 Prozent aus eigener Tasche und rechnet die Quote ungekürzt ab. 100 € auf Quote 2,00 bringen hier die vollen 200 €. Die Differenz zu den beiden anderen Modellen beträgt 10,60 € pro gewonnener 100-€-Wette, das summiert sich bei regelmäßigem Tippen erheblich. Im deutschen Markt fährt derzeit nur NEO.bet dieses Modell dauerhaft für alle Wetten.

Welche Anbieter übernehmen die Wettsteuer?

Von den zehn Anbietern mit deutscher Lizenz in unserem Vergleich übernimmt aktuell nur NEO.bet die Steuer komplett. bwin stellt einzelne Aktionen steuerfrei, bet-at-home übernimmt sie im Rahmen von Aktionen teilweise. Die übrigen sieben ziehen 5,3 Prozent vom Einsatz ab:

Anbieter Wettsteuer-Handhabung Zum Testbericht
bet365 5,3 % vom Einsatz bet365 Testbericht
Tipico 5,3 % vom Einsatz Tipico Testbericht
bwin Aktionen teils steuerfrei bwin Testbericht
Interwetten 5,3 % vom Einsatz Interwetten Testbericht
Betway 5,3 % vom Einsatz Betway Testbericht
Betano 5,3 % vom Einsatz Betano Testbericht
bet-at-home teilw. übernommen (Aktionen) bet-at-home Testbericht
NEO.bet Anbieter übernimmt NEO.bet Testbericht
AdmiralBet 5,3 % vom Einsatz AdmiralBet Testbericht
Merkur Bets 5,3 % vom Einsatz Merkur Bets Testbericht

Die Steuerübernahme allein macht einen Anbieter allerdings nicht automatisch zur besten Wahl. Entscheidend ist das Zusammenspiel mit dem Quotenschlüssel: bet365 stellt mit 95,2 Prozent den höchsten Schlüssel im Vergleichsfeld, nach Abzug der Steuer bleiben davon effektiv rund 90 Prozent. NEO.bet kommt auf 94,8 Prozent, die wegen der Steuerübernahme ungekürzt beim Kunden ankommen. Bei steuerfreien Bonus-Aktionen wiederum zählen die Konditionen im Detail, eine Übersicht dazu bietet unser Wettanbieter Bonus Vergleich.

Was die Steuer für Quoten und Erwartungswert bedeutet

Bei Einsatz- oder Gewinnabzug wird jede Quote effektiv mit dem Faktor 0,947 multipliziert. Aus einer 2,00 wird rechnerisch eine 1,894, aus einer 1,50 eine 1,42. Das verschiebt die Schwelle, ab der eine Wette langfristig aufgeht: Bei Quote 2,00 reicht ohne Steuer eine Trefferwahrscheinlichkeit von 50 Prozent für ein Nullsummenspiel, mit Steuer sind es 52,8 Prozent. Bei niedrigen Quoten wiegt der Effekt relativ am schwersten, weil der Abzug einen größeren Anteil des ohnehin kleinen Gewinns auffrisst:

Quote Effektive Quote nach Steuer Break-even ohne Steuer Break-even mit Steuer
1,50 1,42 66,7 % 70,4 %
2,00 1,89 50,0 % 52,8 %
2,50 2,37 40,0 % 42,2 %
3,00 2,84 33,3 % 35,2 %

Für die Praxis heißt das: Wer bei einem Anbieter mit Steuerabzug wettet, sollte die rechte Spalte im Kopf haben, nicht die aufgedruckte Quote. Eine Wette, die sich bei 50 Prozent Trefferchance gerade so lohnen würde, ist nach Steuer ein Verlustgeschäft. Umgekehrt macht die Tabelle sichtbar, wie viel eine echte Steuerübernahme wert ist: Sie senkt die nötige Trefferquote bei Quote 2,00 um fast drei Prozentpunkte.

Dazu kommt die Marge des Buchmachers, die bereits in jeder Quote steckt. Die Quotenschlüssel der zehn GGL-Anbieter liegen nach unseren Stichproben zwischen 92,5 und 95,2 Prozent; kombiniert mit der Steuer verbleiben je nach Anbieter also rund 88 bis 90 Prozent der Einsätze rechnerisch im Spiel. Wer wissen will, was eine konkrete Quote nach Steuer wert ist, muss das nicht im Kopf rechnen: Unser Quotenrechner zieht die 5,3 Prozent automatisch mit ein und zeigt Auszahlung, Nettogewinn und Break-even-Wahrscheinlichkeit für jedes Abrechnungsmodell.

Rechtlicher Hintergrund: RennwLottG, GlüStV und GGL

Das Rennwett- und Lotteriegesetz stammt aus dem Jahr 1922 und regelte ursprünglich Pferdewetten und Lotterien. 2012 ergänzte der Gesetzgeber die Sportwettensteuer von 5 Prozent, um den damals weitgehend unregulierten Online-Markt steuerlich zu erfassen. Mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 folgte der zweite große Umbau: Online-Sportwetten wurden bundesweit erlaubnisfähig, der Steuersatz stieg auf 5,3 Prozent, und für virtuelle Automatenspiele sowie Online-Poker kamen eigene Abgaben hinzu.

Die Aufsicht über den Markt liegt seit 2023 vollständig bei der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale). Sie führt die offizielle Whitelist der erlaubten Anbieter, kontrolliert Werbung und Spielerschutz und betreibt mit OASIS das anbieterübergreifende Sperrsystem. Nur Buchmacher auf dieser Whitelist dürfen legal Wetten an Kunden in Deutschland anbieten, und nur solche Anbieter bewerten wir, die Gründe dafür erläutert die Seite So testen wir.

Häufige Missverständnisse

„Die Steuer fällt nur bei Gewinn an.” Nein. Bemessungsgrundlage ist der Einsatz, die Steuer entsteht mit dem Platzieren der Wette. Ob Sie den Abzug sehen, hängt nur vom Abrechnungsmodell Ihres Anbieters ab.

„Wettgewinne müssen in die Steuererklärung.” Für Freizeitspieler nicht. Die Wettsteuer wird vom Anbieter abgeführt, private Gewinne bleiben einkommensteuerfrei.

„5,3 % vom Einsatz und 5,3 % vom Gewinn sind zwei verschiedene Steuern.” Es ist dieselbe Steuer, nur unterschiedlich weitergereicht. Bei gewonnenen Wetten führen beide Wege zum selben Auszahlungsbetrag, sofern der Gewinnabzug auf die gesamte Auszahlung berechnet wird.

„Anbieter mit Steuerübernahme sind immer günstiger.” Nicht zwingend. Ein Anbieter kann die Steuer übernehmen und zugleich niedrigere Grundquoten stellen. Vergleichen Sie den effektiven Auszahlungswert, nicht das Werbeversprechen.

„Die Steuer gilt nur für deutsche Unternehmen.” Falsch. Maßgeblich ist, dass der Kunde aus Deutschland wettet. Auch ein Anbieter mit Sitz in Malta führt für deutsche Kunden die Steuer ab.

Häufig gestellte Fragen zur Wettsteuer

Wie hoch ist die Wettsteuer in Deutschland?

Die Wettsteuer beträgt 5,3 Prozent auf jeden Wetteinsatz. Rechtsgrundlage ist § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes. Der Satz gilt einheitlich für alle Sportwetten, die Kunden aus Deutschland bei lizenzierten Anbietern platzieren.

Seit wann gibt es die Wettsteuer?

Die Sportwettensteuer wurde zum 1. Juli 2012 mit einem Satz von 5 Prozent eingeführt. Zum 1. Juli 2021 hob der Gesetzgeber sie im Zuge des neuen Glücksspielstaatsvertrags auf 5,3 Prozent an.

Wer führt die Wettsteuer ab?

Steuerschuldner ist der Wettanbieter, nicht der Kunde. Der Buchmacher meldet die Steuer beim Finanzamt an und zahlt sie. Ob er die Kosten über Einsatz- oder Gewinnabzug an die Kunden weitergibt, entscheidet er selbst.

Muss ich Sportwetten-Gewinne versteuern?

Als Freizeitspieler nicht. Gewinne aus Sportwetten unterliegen in Deutschland nicht der Einkommensteuer und gehören nicht in die Steuererklärung. Anders kann es aussehen, wenn jemand Wetten nachweislich gewerbsmäßig betreibt.

Welche Wettanbieter übernehmen die Wettsteuer?

Von den zehn GGL-lizenzierten Anbietern in unserem Vergleich übernimmt nur NEO.bet die Steuer dauerhaft und vollständig. bwin und bet-at-home stellen einzelne Aktionen steuerfrei, alle übrigen ziehen 5,3 Prozent vom Einsatz ab.

Fällt die Wettsteuer auch bei verlorenen Wetten an?

Ja. Die Steuer bemisst sich am Einsatz und entsteht beim Abschluss der Wette. Beim Modell „Abzug vom Gewinn” sehen Sie bei einer verlorenen Wette zwar keinen Posten auf der Abrechnung, der Anbieter führt die Steuer aber trotzdem ab.

Gilt die Wettsteuer auch für Live-Wetten?

Ja, die 5,3 Prozent gelten für jeden Wetteinsatz, unabhängig davon, ob Sie vor dem Anpfiff oder während des Spiels tippen. Auch Cashout-Beträge werden nach den AGB des jeweiligen Anbieters entsprechend verrechnet.

Wie rechne ich eine Quote nach Steuer um?

Multiplizieren Sie die Quote mit 0,947. Eine 2,00 ist nach Steuer effektiv eine 1,894, eine 3,00 eine 2,84. Der Quotenrechner übernimmt diese Rechnung automatisch und zeigt zusätzlich die Break-even-Wahrscheinlichkeit.

Zahle ich bei einer Freiwette Wettsteuer?

In der Regel nicht direkt: Bei Freiwetten und Wett-Credits übernimmt der Anbieter die Abgabe meist selbst, da kein eigenes Geld eingesetzt wird. Verbindlich sind die jeweiligen Bonusbedingungen, in denen die steuerliche Behandlung ausgewiesen ist.

Wohin fließt das Geld aus der Wettsteuer?

Das Aufkommen aus der Sportwettensteuer steht den Bundesländern zu. Zuletzt kamen jährlich mehr als 400 Millionen Euro zusammen, die in die allgemeinen Länderhaushalte fließen.

Woran erkenne ich das Abrechnungsmodell meines Anbieters?

Am Wettschein: Ein ausgewiesener Steuerposten vor dem Bestätigen bedeutet Einsatzabzug. Fällt stattdessen die Auszahlung niedriger aus als Einsatz mal Quote, wird vom Gewinn abgezogen. Verbindlich sind die Wett-AGB des Anbieters.

Kann sich der Steuersatz von 5,3 Prozent wieder ändern?

Grundsätzlich ja, dafür wäre erneut eine Änderung des Rennwett- und Lotteriegesetzes nötig, wie zuletzt 2021 bei der Anhebung von 5 auf 5,3 Prozent. Anbieter müssten ihre Abrechnungsmodelle dann entsprechend anpassen.

Fazit

Die Wettsteuer von 5,3 Prozent gehört zu jeder legalen Sportwette in Deutschland dazu. Ändern können Sie daran nichts, wohl aber, wie stark sie Ihre Rendite drückt: über die Wahl des Abrechnungsmodells, den Blick auf den Quotenschlüssel und konsequenten Quotenvergleich. Wie Sie die Steuer systematisch in Ihre Wetten einpreisen, zeigt unser Guide zur Sportwetten-Strategie; welcher Anbieter unter dem Strich am meisten auszahlt, der laufend aktualisierte Wettanbieter Vergleich.